Das Lösen falscher Identitäten

Falsche

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Heute möchte ich auf falsche Identiäten eingehen, denn darüber bin ich während meiner Arbeit an den Ich-Collagen (siehe Beitrag Nummer Eins) gestoßen.

Es ist wirklich, wirklich wichtig, auch zu merken, wer und was man NICHT IST.

Und oft schenkt uns das Leben viele, in unsren Augen so richtig gemeine, Hinweise, die uns förmlich vor den Kopf stoßen, wenn wir uns auf dem Weg einer falschen Identität befinden…

Bei mir war es eine alte Frau, die mich in der Bank, in der ich einst als Bankkauffrau arbeitete, am Schalter traf.

Ihr Mann war gerade verstorben, und sie war nun mit etwas, was nie ihre Aufgabe war konfrontiert: Den eigenen Finanzen.

Und da wollte ich ihr behilflich sein. Ich nahm sie also in ein Beraterzimmer mit, dessen Berater an dem Tag nicht im Hause war, und began, ihr alles ausführlich zu erklären.

Dabei stießen wir auch auf Abbuchungen, die an private Fernsehsender gingen. Ihr Mann hatte gleich zwei solcher Abos, und diese wollte sie auf keinen Fall weiter haben, da sie so gut wie kein Fernsehen sieht.

Also tippte ich flott zwei Kündigungen in den PC, die sie nur noch unterschreiben und abschicken musste.

Und wurde mit einer Abmahnung meines Arbeitgebers dafür „belohnt“.

Denn: In der Zeit, in der ich der alten Frau half, konnte ich natürlich keine Verträge anderer Art am Schalter anleiern…

Und überhaupt: Kündigungen schreiben, das sollen andere Leute machen (ja, aber wer denn, wenn es keine Kinder gibt?).

Ich für meinen Teil wurde danach oft krank, und musste oft mit Übelkeit kämpfen, wenn ich an die Arbeit dachte.

 

Nachdem ich dann Mutter geworden war, kam es mir sehr entgegen, dass der damalige Arbeitgeber fand, dass ich zu viel auf der Arbeit fehlte…

Und unterschrieb (sehr naiv, ich weiß es jetzt…) einen für mich sehr ungünstigen Auflösungsvertrag.

Okay, das war ein Teil meiner falschen Identitäten: Ich helfe und berate zwar sehr gerne, aber keinesfalls als Bankkauffrau.

 

Weitere falsche Identitäten, deren ich ich erst einmal bewusst werden musste waren:

  • Liebling aller Menschen (allen anderen nach dem Mund reden ist eigentlich ziemlich falsch. Ich fand es eher „nett“)
  • Witwe (nachdem mein Verlobter vor fünf Jahren verstarb, wollte ich für immer allen zeigen, wie schlecht es mich getroffen hat… Aber mehr dazu werde ich in einem separaten Artikel schreiben, da es sehr schwer ist, zu erklären, warum ich inzwischen gut damit zurecht komme, dass alles so gekommen ist, wie es ist)
  • Angestellte mit festen Arbeitszeiten (das nine-to-five-System ist nichts für mich, meine Workflows sind oft zu den unmöglichsten Zeiten, wie zum Beispiel mitten in der Nacht… Auf Knopfdruck kann ich nicht arbeiten)
  • Schwiegermutters Freundin (es hat einfach keinen Zweck, immer über Schimpftiraden hinwegzusehen. Dann trennt man sich besser von solchen „Freunden“)

Falsche Identitäten machen müde, kraftlos, antriebslos. Sie sind Energiekiller schlechthin und lassen uns vor allem nicht wachsen.

Erst, seit ich mich voll und ganz dem Bloggen gewidmet habe, konnte ich eine schlimme Krankheit loswerden. Ich denke, dass dies mit an dem früheren Beruf lag, der mir immer Bauchschmerzen bereitete:)

Ihr seht also: Es sehr hilfreich, sich falscher Identitäten bewusst zu werden und sie zu kappen.

Nun bin ich neugierig:

Welche falschen Identitäten haben euch lange belastet?

Liebe Grüße

Eure Mira

 

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